Der Aufbau der Haut

Unsere Haut besteht aus der Epidermis (Oberhaut), der Dermis (Lederhaut) und der Subcutis (Unterhaut)

Was passiert wo?

Die Epidermis ist ein so genanntes Epithelgewebe, genauer: Plattenepithel. Sie ist nur sehr dünn, nämlich 0,03 bis 0,05 mm. Nur an den Handinnenflächen und an den Fußsohlen ist sie dicker, darum sprechen wir hier von einer Hornhaut oder auch Hornschwiele. Von innen nach außen stellt sich der Aufbau wie folgt dar:
Der Aufbau der Haut


  • Hornhaut (stratum corneum) die nur an der Leistenhaut der Handinnenflächen der Hand- und -Fußinnnseiten vorhandene Glanzschicht (stratum lucidum)
  • Körnerzellenschicht (stratum granulosum)
  • Stachelzellenschicht (stratum spinosum)
  • Basalschicht (stratum basale)

 


Letztere beide bilden zusammen die Keimschicht (stratum germinativum).
Die Epidermis besteht aus schuppenförmigen und übereinandergelagerten, verhornten Hautzellen. Diese Zellen besitzen keinen eigenen Kern, es sind abgestorbene Zellen (Keratinozyten), die aus der Keimschicht in die Hornschicht wandern und dort durch neue Zellen ersetzt werden. Dieser Erneuerungszyklus der Oberhaut wiederholt sich etwa alle 28 Tage. Während der Wanderung aus der Keimschicht in die Oberhaut unterliegen diese Zellen einer ständigen Veränderung ihrer Form und ihres Inhaltes. In der Keimschicht verrichten noch drei weitere Zellarten wertvolle Arbeit: die Melanozyten produzieren je nach Hautregion und persönlichen Anlagen in unterschiedlicher Menge die Melanine genannten Pigmentkörper, die die Braunfärbung der Haut beeinflussen und sie damit schützen. Die Langerhanszellen transportieren eingedrungene Fremdkörper, wie zum Beispiel Krankheitserreger, an die Zellen im Immunsystem des Körpers weiter und bereiten sie vor (Antigenpräsentation). Antigene aktivieren die so genannten T-Helferzellen des Immunsystems und regen so die Produktion von Antikörpern (=Stoffen der körpereigenen Abwehr) an. Die Merkel-Zellen fungieren als epidermale, hauteigene Nervenzellen.

Für das Aussehen eines Menschen ist die Oberhaut besonders wichtig. Von der Dicke oder Zartheit der Hornschicht ist abhängig, ob die Blutgefäße durchschimmern können, man also einen rosigen Teint hat oder eher blass erscheint. Kosmetische Präparate können hier beeinflussend eingesetzt werden.

Die darunterliegende Hautschicht, die Lederhaut (Dermis) wird in Stratum Papillare unterteilt, welche sich aus Papillenschicht, Zapfenschicht, die sie mi der Oberhaut eng verzanht, und Netzschicht (stratum reticulare) zusammensetzt. Sie besteht überwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung, der Sauerstoffversorgung und der Verankerung der Epidermis. Ein fein kapillarisiertes Blutgefäßsytem, das an der Grenzzone zur Epidermis verläuft, versorgt diese mit Nährstoffen. Außerdem liegt in der unteren Lederhaut der Ursprung der Talg – und Schweißdrüsen. Ferner sind hier auch die für die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und die Blutgefäße angeordnet. Die Papillen vergrößern die Kontaktfläche zwischen den beiden Schichten und garantieren so die enorme Reißfestigkeit der Haut. In der Papillenschicht befinden sich außerdem die Rezeptoren für Wärme und Kälte und der Tastsinn. Dazu kommt eine im freien Bindegewebe angeordnete hohe Anzahl von Blut- und anderen Zellen, u.a. Fibroblasten, Makrophagen, Mastzellen, Lymphozyten, Plasmazellen, Granulozyten und Monozyten. Zwischen den einzelnen Zellen befindet sich freier Raum, das sogenannte Interstitium. Das Interstitium enthält wichtige Zellen der Immunabwehr. Der Raum zwischen den Zellen ist mit einer geleeartigen Flüssigkeit gefüllt, der Interzellularsubstanz. In ihr können sich die Zellen frei bewegen. Das ist wichtig, weil ein Großteil der Zellen im Interzellularraum Bestandteil der Immunabwehr sind. Sie werden bei der Wundheilung und bei Entzündungen benötigt.

Die Dermis zeichnet sich durch eine besonders hohe Elastizität aus. Sie ist durch ein faseriges Netzwerk aus Proteinen durchzogen, welches zu einem großen Teil aus Kollagenfasern besteht; hierzu kommt eine kleine Menge feiner bzw. elastischer Bindegwebsfasern, Retikulin – und Elastinfasern genannt. Dieses Fasergeflecht ist für die Elastizität und den Halt der Haut verantwortlich. Die Retikulinfasern (Typ-III-Kollagen) umgeben vor allem die Hautanhangsgebilde (Haare mit ihren Talgdrüsen und dem Haarbalgmuskel) und die Basalmembran. Wir haben besonders viele dieser Fasern im Gesicht – und im Nackenbereich. Wärme, Kälte und Berührung sind Reize, die über diese Fasern ebenfalls aufgenommen werden.

Die Lederhaut ist aber auch Heimat der Talg- und Schweißdrüsen. Auch die Haarwurzeln fußen hier, im unteren Teil der Lederhaut sowie in der Übergangsschicht zur Unterhaut.
Diese eben erwähnte Unterhaut (Subcutis) ist eine der Lederhaut nicht ganz unähnliche, stark dehnbare Bindegewebsschicht. Hier findet man teilweise umfangreiche Fettanlagerungen vor: das Unterhautfettgewebe ist für die Aufpolsterung der Haut verantwortlich. Zudem liegen hier viele Blut – und Lymphgefäße, Schweißdrüsen und Haarwurzeln. Durch die Subcutis läuft ein dichtes Nervennetz, dessen Endungen alle Hautschichten durchziehen und Sinnesempfindungen, wie Druck, Wärme, Kälte und Tastgefühl, vermitteln. Diese Schicht dient als Energiereserve, Wärmepolster und Nahrungsspeicher. Sie schützt Knochen, Muskulatur und Organe gegen Druck, Stoß und Wärmeverlust. In ihrer Ausdehnung stark variabel kann die Subcutis bei Unterernährung fast völlig verschwinden, bei Fettleibigkeit dagegen außerordentlich voluminös werden.
Bei der äußeren Betrachtung der Haut fallen zwei Hauttypen auf: die Felderhaut und die etwas feinere Leistenhaut.

Die Felderhaut bedeckt den überwiegenden Teil des Körpers, sie ist an den rhombenförmigen, durch feine Furchen abgesetzte, Flächen (Areolae cutanae) zu erkennen. Die Furchen entstehen an die papillenfreien Epidermisbereichen; sie verschwinden, wenn die Haut angespannt wird. Auf diese Weise sind sie auch Reservefalten der Haut: die Oberhaut ist weniger dehnungsfähig als die Lederhaut. Die Größe der Hautfelder variiert je nach Körperregion. Die Felderhaut enthält die Hautanhangsgebilde und ist weniger als 1/10 mm dick. Am dünnsten ist sie im Bereich des Auges und der Geschlechtsorgane.

Leistenhaut finden wir an den Fingern, der Handinnenseite (palmar) und der Fußsohle (plantar). Hier sind feine Papillarlinien (oder auch –leisten) sichtbar. Papillarleisten sind die charakteristischen Linien in der Haut der Handinnenseite und der Fußsohle. Die Papillen der Lederhaut sind hier in Längsreihen angeordnet. Jeder Hautleiste ist von zwei Papillarleisten unterlagert. Papillarleisten machen den Menschen einzigartig: sie sind bei jedem anders und werden darum bei der Identifizierung von Personen verwendet (Fingerabdrücke). Außer vielen Schweißdrüsen enthält die Leistenhaut keine weiteren Hautanhangsgebilde.


Die Haut tut eine ganze Menge für den Menschen, Vieles davon im Verborgenen. Die wichtigsten Funktionen seien hier erwähnt: zu allererst stellt die Haut unseren wichtigsten und effizientesten Schutz vor Wärmeverlust und äußeren Einflüssen dar und dient der Aufnahme von Sinnesreizen.

Die Haut schützt unter anderem vor Wärmeverlust und äußeren Einflüssen und dient der Aufnahme von Sinnesreizen. Dabei sind die Haare als direktes Mittel zum Schutz vor Wärmeverlust zuoberst genannt; sie schützen aber auch vor Sonnenstrahlen und vor Nässe, haben durch ihre Pigmentierung eine Kommunikations – und Tarnfunktion. Federn erfüllen bei Tieren dieselbe Funktion, zusätzlich unterstützen sie aber auch noch die Flugfähigkeit. Vor Verletzung und Austrocknung schützt uns die Hornschicht. Zuviel Druck und Unterkühlung verhindert das Fettgewebe. Im umgekehrten Fall von Überhitzung und Verdunstung sorgen Schweißdrüsen dafür, dass dies verhindert wird. Für die Nachbildung von Hautzellen sorgt die Keimschicht. Für die Produktion von Fetten und Talg sorgen die Talgdrüsen. Damit sich die Vellushaare (zum Beispiel am Arm) aufrichten, arbeitet der Haarbalgmuskel. Die genetiscchen Informationen im Zellkern werden durch die Melanozyten vor der gefährlichen UV-Strahlung geschützt. Und damit immer genug Sauerstoff und Nährstoffe vorhanden sind, sowie die Temperaturregulatzion gewährleistet ist, gibt es Blutgefäße. Rezeptoren für Kälte und Wärme sorgen für entsprechende Reize („kalt“ / „warm“). Berührungen und Schmerz empfinden wir durch die freien Nervenendigungen. Lamellenkörperchen nehmen Druckreize auf.
So ist die Haut für viele Funktionen und Informationsweiterleitungen innerhalb des Körpers ein unverzichtbarer Kommunikator.

Von außen nach innen stellt die Haut einen schier unüberwindlichen Schutzwall dar. Durch die oben aufgeführten Mechanismen schützt sie den Körper vor den verschiedensten äußerlichen Einwirkungen, wie Druck, Stoß, Zug, Reibung oder Verletzung. Kleinere Beanspruchungen prallen an der Hornhaut ab, größere Blessuren werden durch die Absonderung körpereigenen Wundsekrets und durch Blutbestandteile vor schädlichen Einflüssen abgeschirmt. Es ist ein Wunder, aber durch simples Erhöhen der Zellkernteilung in der Basalschicht erneuert sich die Haut einfach.
Der Schutzwall „Haut“ schützt den Organismus vor dem Eindringen von Krankheitserregern und gasförmigen oder flüssigen Fremdsubstanzen. Sie schützt von mechanischen Verletzungen, vor Strahlenschäden, aber auch vor Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Proteinverlust. Diese können bei Verbrennungen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Gefährlich können ihr Pilze und Bakterien werden, die sie besiedeln. Hier werden dann wieder die bereits erwähnten Langerhanszellen aktiv, die antigenpräsentiernd wirken.

Normalerweise hat der Mensch eine Körpertemperatur von 36,5 °C – übersteigt und unterwandert er diese Temperatur, beispielweise bei Einflüssen wir großer Hitze oder Kälte, reguliert die Haut durch die Veränderung der Durchblutung dagegen. So ist der Mensch vor Auskühlung wie vor Überhitzung optimal geschützt. Wird es zu warm, wird der Hautoberfläche zusätzlich durch die Verdunstungskälte beim Schwitzen Wärme entzogen. Bei Kälte richten sich die Haare auf (Gänsehaut) und durch das Unterhautfettgewebe wird der Körper thermisch isoliert.

Sonneneinstrahlung: je nach Hauttyp sind unterschiedlich kurze bzw lange Verweildauer in direkter Sonneneinstrahlung möglich. Die kürzeste Aufenthaltszeit beträgt weniger als 10 Minuten (besonders helle Hauttypen) bis hin zu einer Dauer von mehr als 3 Stunden (dunklere Hauttypen); Menschen mit dunkelbrauner bis zu schwarzer Haut haben dieses Problem überhaupt nicht. Auch das aus zu viel Sonneneinstrahlung resultierende Hautkrebs-Risiko existiert für sie so nicht.


Wie intensiv Strahlen auf die Haut eintreffen, hängt davon ab, ob sie länger-, mittel- oder kurzwellig sind. Darauf basiert der natürliche Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlen. Die Strahlenreflexion an der Hautoberfläche und die Absorption der Strahlen im Hautinneren schützen den Organismus vor der besonders schädlichen UV-B-Strahlung (315-280 nm). Zwei Faktoren sind hierfür verantwortlich: vermehrt wird dunkles, wasserunlösliches, hochmolekulares Melanin gebildet, welches in erster Linie mittelwellige UV-Strahlen absorbiert. Die kürzerwelligen UV-Strahlen erhöhen die Zellteilungsaktivitäten und führen zur Verdickung der Hornschicht. Dieses nennt man Lichtschwiele. Sie sorgt dafür, dass eine Lichtabsorbtion stattfindet und die Strahlen nicht gebündelt in die Haut eindringen können. Schweiß hat wegen der darin enthaltenen Urocaninsäure eine ähnliche Wirkung, jedoch ist dieser eher gering. Nach einiger Zeit der Strahleneinwirkung bilden sich sowohl Lichtschwiele als auch die erworbene Bräune wieder zurück. Gegen die längerwellige UV-A-Strahlung (380-315 nm) kann sich die Haut selbst nicht schützen. Hier ist Unterstützung von außen mittels der Verwendung effizienter Sonnschutzpräparate.
Zu den Gefahren eines Sonnenbrandes wird an anderer Stelle hingewiesen.
Das Gefahrabwehrsystem der Haut wehrt auch chemische Einflüsse ab, wie zum Beispiel aggressive Substanzen aus der Umwelt, Säuren, Laugen. Die Haut schützt den Körper vor dem Eindringen von Keimen und körperfremden Substanzen. Mithilfe des Immunsystems werden eingedrungene Mikroorganismen, Bakterien und Viren abgewehrt.
Sogar in der regenerativen Medizin kann die Haut nützlich sein, denn sie enthält adulte Stammzellen, die durch vier zusätzlich durch Retroviren eingeschleuste Gene in pluripotente Stammzellen umgewandelt werden können. Retroviren (Reverse Transkriptase Onkoviren) sind eine große Familie behüllter Viren deren Erbinformation in Form einer Ribonukleinsäure vorliegt. Als pluripotente Zellen bezeichnet man Stammzellen, die sich zu Zellen der drei Keimblätter (Ektoderm, Entoderm und Mesoderm) und der Keimbahn eines Organismus entwickeln können. Sie können zu jedem Zelltyp eines Organismus differenzieren, da sie noch auf keinen Gewebetyp festgelegt sind.

Auch Haut kann erkranken, sehr sogar. Zumeist handelt es sich dabei um direkte Schädigungen der Haut. Es kann sich aber auch um andere Organ – oder Allgemeinerkrankungen handeln. Veränderungen an der Haut werden als Effloreszenzen bezeichnet und sollten medizinisch behandelt werden. Bei der äußerlichen Behandlung der Haut müssen die Wirkstoffe die tote Hornhaut überwinden, bis sie zu den lebenden und zu behandelnden Schichten durchdringen. Durch die Hornhaut gehen drei verschiedene Transportwege:

  • Über Drüsenöffnungen und Haarfolikel führt der Diffionsweg; dieser Weg wird als sehr effizient angesehen.
  • Ein weiterer Weg führt durch die Korneozyten; da diese aber eine recht dichte Molekularstruktur haben, erscheint dieser Weg als weniger effizient.
  • Als wichtigster Transportweg für kleine Moleküle mit lipophilem Charakter durch die Lipdmatrix der Korneozyten wir der interzelluläre Weg beschrieben.


Die menschliche Haut verträgt einen pH-Wert von 5,5 am besten. Der pH-Wert ist eine chemische Maßeinheit zur Bestimmung des Säuregrades von wässrigen Systemen. Wasser beispielsweise als chemisch neutrales Produkt hat einen pH-Wert von 7, Soda-Lösung hat einen pH von über 7, bei sauren Produkten wie Essig oder Zitronensaft liegt der pH-Wert dagegen unter 7.
Für die richtige Hautpflege spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Der pH-Wert der Haut ist normalerweise leicht sauer und liegt – je nach Hautschicht – zwischen 5 und 6,5. pH-Werte in diesem Bereich werden daher als hautneutral oder hautfreundlich bezeichnet. Auf den pH-Wert sind fast alle Hautpflegeprodukte ausgelegt.



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