Augen

Die Augen

Die Augen bilden neben den Lippen den vielleicht wichtigsten Bestandteil des menschlichen Gesichts. Der Sehsinn, den uns die Augen bieten, ist unser Leitsinn – er gewährleistet unsere sichere Orientierung. Im Bereich der Versicherungen zeigt sich dieser besondere Wert der Augen im Negativen: Der Verlust des Augenlichts zieht in Deutschland einen Invaliditätsgrad von 50 Prozent nach sich.

Doch solange unsere Augen funktionieren, sind sie ein faszinierender Mechanismus: Sie sind höchst adaptiv, passen sich extremer Dunkelkeit und extremer Helligkeit gleichermaßen an, können fast jeden Bereich unseres Blickfelds messerscharf darstellen und bieten mit dem Lidschlussreflex und der Tränenflüssigkeit bemerkenswerte Selbstschutzmechanismen.


Der Aufbau unseres Augapfels stellt sicher, dass die Sehschärfe der Augen (ihre zentrale Aufgabe) eine hohe Qualität erreicht. Diese hohe Qualität ist jedoch nicht von Geburt an möglich: Neugeborene sind für gewöhnlich +2,0 bis +3,0 Dioptrien weitsichtig. Erst im Laufe der menschlichen Entwicklung geht diese Weitsichtigkeit zurück, idealerweise auf etwa +0,5 Dioptrien im Erwachsenenalter.

Die Farbe unserer Augen entsteht durch verschiedenartige Färbungen oder Pigmentierungen der Iris, auch genannt Regenbogenhaut. Durch Melanin, das sich in die Iriseigenschicht ablagert, bilden sich die charakteristischen Farbtöne der Augen, je nach Melaninmenge von gelb über grün bis hin zu braun oder fast schwarz.

In den meisten Fällen gibt es hierbei einen Zusammenhang zwischen Augen- und Haut-/Haarfarbe: Hellhäutige und -haarige Menschen haben für gewöhnlich eher blaue Augen, wogegen dunkelhäutige und -haarige Menschen zu braunen Augen tendieren. Die überwiegende Mehrheit aller Menschen, insgesamt rund 90 Prozent weltweit, hat braune Augen.


Bevor wir etwas „sehen“, verläuft ein komplexer Prozess: Einfallendes Licht fällt zu Beginn auf die Hornhaut, die bereits zu den optischen Medien des menschlichen Auges gehört und wesentlich zu seiner Brechkraft beiträgt. Anschließend gelangt das Licht durch die Pupille zur Linse, wo seine Strahlen gebündelt werden. Die Linse verkleinert außerdem das Bild und projiziert es „verkehrt herum“ auf die Netzhaut.

Die Netzhaut ist besiedelt von Fotorezeptoren, auch als Lichtsinneszellen bezeichnet. Diese lassen uns Kontraste und Farben erkennen, indem sie das einfallende Licht umwandeln: Über den Sehnerv werden elektrische Impulse an das Gehirn weitergeleitet. Erst dort wird das entstandene Bild wieder kopfüber gedreht.

Voraussetzung für die Darstellung eines einwandfrei scharfen Bildes ist, dass die gebündelten Lichtstrahlen exakt auf einen Punkt der intakten Netzhaut gelangen.



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