Akne

Allgemeines

Mit rund 85% betroffener Bevölkerung ist Akne ist die weltweit am häufigsten auftretende Hautkrankheit. In den meisten Fällen tritt die Krankheit im Pubertätsalter in den Jahren 13 bis 18 auf und verläuft bei Jungen stärker als bei Mädchen. Dies liegt daran, dass der Auslöser für Akne hormonelle Veränderungen sind, die bei den Teenagern eine erhöhte Talgproduktion hervorrufen. Da diese bei den Jungen durch die männlichen Geschlechtshormone zusätzlich noch stimuliert werden, leiden Jungen häufig stärker unter Akne als Mädchen. Bis zum dritten Lebensjahrzehnt heilt die Krankheit jedoch wieder ab.  Akne ist im Grunde genommen eine Verhornungsstörung im Ausgang der Talgdrüsen. Medizinischer Rat sollte vorsichtshalber immer eingeholt werden; auch die seelische Belastung kann angesichts einer vermehrten Pickelbildung im Gesicht und dem damit verbundenen Verlust des Selbstwertgefühls immens sein. 


Zum Entstehen von Akne gehören gemeinhin verschiedene Faktoren. Da Jugendliche diejenigen sind, die mit Abstand am meisten unter Akne leiden, seien sie hier priorisiert behandelt. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass Akne durchaus auch in den hormonellen Wechseljahren (der Frau) ein weiteres Mal auftritt, allerdings nicht in der verstärkten Form. Im Verlauf der Pubertät kommt es unter dem Einfluss der männlichen Sexualhormone zu einer Vergrößerung der am Haarbalg sitzenden Talgdrüsen. Sie produzieren mehr Talg – eine so genannte Talgdrüsenüberfunktion. Da der Talg normalerweise über den Haarbalg nach außen auf die Haut gelangt, es nun aber zu einer gesteigerten Bildung von Hornmaterial kommt, verstopfen die Talgdrüsen und der Talg verleibt im Körperinneren. So entstehen zunächst geschlossene Mitesser. Durch leichten Druck entleeren sie ihren fadenförmigen Inhalt. Aus einem geschlossenen kann jedoch auch leicht ein offener Mitesser werden, den man an einem kleinen schwarzen mittig zu lokalisierenden Punkt erkennen kann. Der Punkt besteht aus dem Melanin aus den pigmentbildenden Zellen der Talgdrüsen, ist also kein Schmutz – aus den offenen Mitessern kann der Talg ungehindert abfließen. Allerdings können auf umgekehrtem Weg auch Bakterien in die Talgdrüsen eindringen und mit ihren Enzymen den Talg zersetzen. Dies wiederum führt zu Entzündungen. Äußerlich sind diese an Pickeln, Pusteln oder Knötchen erkennbar.

Akne entsteht dort, wo sich besonders viele Talgdrüsen befinden, also im Gesicht, im Nacken, auf dem Dekolleté, aber auch an den Oberarmen und Schultern. Auch unter den Achseln, sowie im Genitalbereich oder der Gesäß – und Leistenregion ist Akne bereits aufgetreten.

Neben der gewöhnlichen Akne (Acne vulgaris) gibt es weitere Formen, die durch unterschiedliche Hautveränderungen charakterisiert sind:

ACNE COMEDONICA: diese Akneform ist durch besonders viele offene und geschlossene Mitesser bekannt, die nicht entzündet sind. Dabei sind die geschlossenen Mitesser deutlich in der Überzahl; sämtliche Mitesser befinden sich bei der Acne comedonica hauptsächlich im Gesicht, hier primär im Nasen-, Kinn-, und Stirnbereich.

ACNE PAPULOPUSTULOSA: diese Form ist an den vielen entzündlichen Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen) und Papeln (kleine Knötchen) erkennbar, die entstanden sind, als die Mitesser entweder ausgedrückt wurden oder aufgeplatzt sind. Man findet sie auf dem Gesicht, auf der Brust, dem Rücken und den Oberarmen. Aus den Entzündungen können Narben zurückbleiben.

ACNE CONGLOBATA: von dieser schweren Form der Akne sind in erster Linie Männer betroffen; hierbei bilden sich ein bis zu zwei Zentimeter große Knoten, die im weiteren Verlauf miteinander verschmelzen oder sich als Abszesse abkapseln. Bei dieser Akneform bleiben nach dem Abheilen der Entzündung auf jeden Fall die typischen Narben bestehen.

Weitere Akneformen sind:

Acne fulminans: sie tritt in Komplikation mit der Acne conglobata auf, wobei es zu Fieber dem Absterben befallener Hautbereiche kommen kann. Zudem wurden Gelenkentzündungen berichtet.

Acne inversa: sie ist unter den Achseln und in der Leistengegend zu finden.

Acne neonatorum: sie kommt bei Neugeborenen vor, heilt aber nach der Entbindung schnell wieder ab. Ursächlich sind männliche Sexualhormone, die die Mutter auf den Embryo überträgt.

Acne medicamentosa: entsteht durch Kortisonpräparate oder Antibiotika, die Pickel oder Pusteln hervorrufen. 

Acne venenata (Kontaktakne): besonders Menschen, die beruflich viel mit Stoffen wie Ölen oder Teer zu tun haben, leiden darunter. Auch Inhaltsstoffe verschiedener Kosmetikprodukte können diese Akne hervorrufen.

Weil Akne ein stark äußerliches Erscheinen hat, ist sie leicht zu diagnostizieren. Dennoch kann es sinnvoll sein, zusätzlich einen Hautarzt aufzusuchen, um andere Krankheitsbilder oder Allergien auszuschließen. Hierbei sind Angaben über den Zeitpunkt des Auftretens sowie über die familiäre Häufung der Krankheit ebenso wichtig, wie eine Information darüber, ob weitere Hauterkrankungen vorliegen. Interessant ist hierbei die Erkenntnis, dass die Wahrscheinlichkeit, an Akne zu erkranken um 50% steigt, wenn beide Eltern darunter litten. Um eine abschließende Diagnose zu stellen, kann der Arzt bei schweren Fällen oder beim Verdacht auf eine Infektion Wundsekret entnehmen. Hieraus kann genau ersehen werden, ob und welche Bakterien und Erreger sich darin befinden. Gemeinsam mit dem Arzt kann gegebenenfalls ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden, der je nach Schwere und Ausprägung der Krankheit geeignete Wirkstoffe oder auch Pflegemaßnahmen beinhaltet. Vorsicht ist auf jeden Fall beim Ausdrücken von Mitessern geboten: 

Ist man zu voreilig und behandelt sie selber durch unsachgemäßes Ausdrücken, können sich die Mitesser entzünden. Daraus wiederum entstehen dann Pickel, Papeln und Pusteln. Darum sollte das Ausdrücken dieser Mitesser professionellen Kosmetikern überlassen bleiben. Dies ist besonders dann zu empfehlen, wenn sie oberhalb der Oberlippe ausgemacht werden: hier droht aufgrund der Gefäßverbindungen zum Gehirnbereich eine Verschleppung von Keimen sowie ein Verschluss bestimmter Gefäße (Sinusvenenthrombose). Aber auch der Versuch, an anderen Stellen seine Mitesser eigenständig zu entfernen, kann schlimmstenfalls dazu führen, dass die dadurch hervorgerufenen Hautveränderungen Narbenbildungen nach sich ziehen können.

Die von Akne betroffenen Hautpartien sollten nur mit einer pH-neutralen (pH-Wert: 5,5) Waschlotion gereinigt und anschließend auf gar keinen Fall mit einer öligen oder fettigen Substanz versorgt werden – Fett produziert sie ja schließlich gerade selber im Überschuss! Fette und Öle verstopfen zudem die Poren, die gerade gereinigt wurden! Eine Verschlimmerung der Akne kann also die Folge sein. Aus demselben Grund sollte auch kein fetthaltiges Make-Up verwendet werden.

Die Akne verschlimmern kann aber auch eine zu häufige Reinigung, darum sollten mehr als zwei Mal nicht überschritten werden. Für die Behandlung der Haut nach der Reinigung werden Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis empfohlen, ganz besonders, wenn die Haut trocken ist. Sonnenbestrahlung hingegen ist nicht unbedingt förderlich – im Gegenteil kann sie die Akne noch verstärken, weil manche der gegen Akne eingesetzten Wirkstoffe die Haut für UV-Licht sensibilisieren, sodass es schneller zu Schädigungen kommen kann.

Auch kann eine Ernährungsumstellung hilfreich sein, wenn festgestellt wird, dass auf ein bestimmtes Medikament (allergisch) reagiert wird; es ist aber nicht hinreichend belegt, dass die Ernährung ursächlich für eine Akne ist oder gar gesundheitsfördernd gegen die Akne eingesetzt werden kann.

Vielmehr sollten nach Absprache mit einem Hautarzt sinnvoll Medikamente eingesetzt werden; zur äußerlichen Therapie können das zum Beispiel Cremes und Gels mit verschiedenen Inhaltsstoffen sein. Beispielhaft seien hier einige genannt: Benzolperoxyd wird bakterienabtötend; Antibiotika bekämpfen die Bakterien, die die Talgdrüsen verstopfen und wirken dadurch entzündungshemmend. Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate) werden meistens angewendet, wenn der Verlauf eher mittelschwer ist; sie wirken äußerlich angewendet gegen die übermäßige Verhornung der Talgdrüsen und reduzieren so die weitere Bildung von Mitessern. Teilweise hemmen sie auch die Entzündung. Retinoide sind verschreibungspflichtig und haben Nebenwirkungen – darum ist ein Gespräch mit dem Hautarzt unabdingbar! Azelaninsäure wirkt antibakteriell und reduziert ebenfalls die Verhornung der Talgdrüsen. Alpha-Hydroxysäuren gehören zu den Fruchtsäuren und öffnen die Poren der Haut.

Es gibt aber auch die Möglichkeit der Systemischen Therapie; hierbei kommen bei Frauen vor allem Hormonpräparate (Antibabypille), Antibiotika und Retinoide zum Einsatz. Letztere können sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden, weswegen eine Schwangerschaft unbedingt auszuschließen ist, da der Embryo ansonsten schwere Schäden davontragen kann.   

Hauptaufgabe auch der Ärzte ist es jedoch, möglichst keine Narben entstehen zu lassen; darum ist es wirklich wichtig, den Pickeln und Mitessern medikamentös und nicht „auf eigene Faust“ zu begegnen. Ist es erst passiert und sind Narben zurückgeblieben, gibt es nur noch kosmetische Produkte oder gar auch Operationen, die den Akne-Patienten wieder zu „seinem“ Aussehen verhelfen. Auch hierbei jedoch gilt: Holen Sie sich bei Ihrem Hautarzt Rat!



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