Krebs

Informationen zu Hautkrebs

Das Tückischste am Hautkrebs, welcher zu den häufigsten Tumorarten zählt, dürfte ohne Zweifel sein, dass er zunächst keinerlei Beschwerden verursacht. Darum ist die Gefahr, dass er verkannt wird, extrem hoch. Vielleicht sollte man gerade deswegen seine Haut immer besonders gut im Blick behalten, damit man Veränderungen sofort bemerkt, denn auffällige Veränderungen lassen sich in der Regel recht gut behandeln, wenn sie früh als Hautkrebs erkannt werden. Seit dem 1. Juli 2008 haben alle gesetzlich versicherten Personen ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Hautkrebs-Frühuntersuchung. Hautkrebs kann innerhalb kurzer Zeit entstehen; grundsätzlich kann es jeden treffen.

In Deutschland hat sich die Zahl der Hautkrebsfälle nach den Aufzeichnungen der Deutschen Krebshilfe in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Etwa 234.000 Menschen erkrankten (Stand 2013) mehr an Hautkrebs. In Deutschland erkranken jährlich etwa 207.000 Menschen neu an weißem Hautkrebs (davon an Basallzellenkrebs 137.000, an Plattenepithelkarzinom 70.000). Das Robert-Koch-Institut erfasst für ganz Deutschland im Zentrum für Krebsregisterdaten die Häufigkeit von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Im Jahr 2010 erkrankten 19.222 Menschen (Frauen und Männer etwa zu gleichen Teilen) an malignem Melanom (schwarzem Hautkrebs). 2.711 Menschen starben daran. Dies zeigt zwei Dinge ganz deutlich: erstens: es ist wichtig, dass der Krebs entdeckt wird; zweitens: es ist wichtig, dass der Krebs früh entdeckt wird, wenn man noch eine Chance auf Heilung haben will. Darum ist Früherkennung unabdingbar.



Hautkrebs sind bösartig wuchernde Hautzellen. Hervorgerufen wird dies häufig, aber nicht immer, durch das UV-Licht der Sonne. Es gilt als Hauptursache. Aber auch Erbanlagen spielen eine Rolle. Auch bei intensivem und umfassendem Schutz vor den UV-Strahlen, ist es darum möglich, einen Hautkrebs zu bekommen, wenn die Veranlagung dazu gegeben ist. Genauso, wie beispielsweise auch ein Nichtraucher Lungenkrebs bekommen kann.
Durch das UV-Licht geschädigt, sterben die Zellen jedoch nicht ab, sondern mutieren – sie entarten und beginnen zu wuchern. Grundsätzlich kann jede Zelle auch bösartig werden.


Man unterscheidet zwei verschiedene Arten Hautkrebs: den schwarzen und den weißen oder hellen Hautkrebs. Den schwarzen Hautkrebs bezeichnet man als Melanom (griech.: melanos – schwarz). Schwarzer Hautkrebs tritt oft im mittleren Lebensalter (50-60 Jahre) auf. Er entsteht, wenn die Melanozyten (die Pigmentzellen der Haut) entarten. Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist die gefürchtetste Form des Hautkrebs, weil er die meisten Todesfälle nach sich zieht. Die Zellen, die das Hautpigment Melanin bilden, entarten und bilden einen sehr aggressiven Krebs. Die Melanome können größer werden und dann auch Metastasen in den Lymphknoten und den inneren Organen bilden.
Die andere Art ist der helle Hautkrebs, welcher sich noch in zwei weitere Unterkategorien unterteilen lässt. Das Basalzellkarzinom oder auch Basaliom und das Stachelzellkarzinom oder auch Spinaliom. Das Basaliom erkennt man anhand kleinerer auf der Hautoberfläche glänzender Äderchen, das Spinaliom zeigt sich durch eine rauhe, warzenähnliche Oberfläche, teilweise mit Schuppung.

Der weiße Hautkrebs tritt hauptsächlich bei älteren Menschen auf; beide Arten werden überwiegend durch UV-Licht ausgelöst und sind zuerst im Gesicht erkennbar, beide Arten kommen bei Kindern eher selten vor. Sowohl dem weißen als auch dem schwarzen Hautkrebs können bestimmte Veränderungen vorhergehen (so genannten Präkanzerosen), beispielsweise die aktinische Keraterose oder Morbus Bowen. In den meisten Fällen können diese Arten Hautkrebs operiert werden und bilden so gut wie nie (Basaliom) oder nur selten (Spinaliom) Metastasen. Unbehandelt jedoch können sie das lokal umgebende Gewebe zerstören. Eine Operation wird bei großen Tumoren dann schwierig.
Hautkrebs kann aber auch in den Immunzellen vorkommen, und zwar in den Lymphozyten, die sich überall im Körper befinden. Sie können sich im Blut oder an den inneren Schleimhäuten bilden, können aber – bezogen auf die Haut – auch Lymphome bilden. Das häufigste kutane Lymphom ist die Mycosis fungoides, welche im frühen Stadium einem Ekzem ähnelt und trotz ihres Namens mit einem Pilz nichts gemein hat. In fortgeschrittenem Stadium bilden sich dann Knoten auf der Haut, die auch aufbrechen können. Außerdem kann der Tumor über das Lymph- und Blutsystem auch andere Organe befallen. Mit lokaler Strahlenbehandlung, UVA-Bestrahlung, mit Interferon oder einer Chemotherapie kann eine Mycosos fungoides je nach Schwere der Erkrankung behandelt werden



Grundsätzlich gilt: Das Sonnenlicht ist für die meisten Menschen bei übermäßiger Bestrahlung schädlich. Je nach Hauttyp müssen manche Risikogruppen aber vorsichtiger sein und besonders auf den Schutz ihrer Haut achten:
Das betrifft Menschen, die auf UV-Licht besonders empfindlich reagieren. Sie meiden die Sonne am besten grundsätzlich so gut es geht. Tragen Sie die richtige Kleidung, die Ihre Haut weitgehend schützt und verwenden Sie auch Kopfbedeckungen. Wichtig ist auch die Verwendung der richtigen Sonnencreme; die meisten Sonnencremes schützen heutzutage vor UVA – und UVB-Strahlung. Immun machen sie jedoch nicht! Der Lichtschutzfaktor spielt eine entscheidende Rolle. Es ist außerdem ratsam, die Creme dicker aufzutragen und nach dem Eincremen zu warten, bis die Creme vollständig in die Haut eingezogen ist, bevor man sich anzieht. Regelmäßiges Nachcremen erneuert den Schutz.
Auch Menschen mit Leberflecken sollten vorsichtig sein, obwohl ein Leberfleck an sich kein Zeichen für einen Hautkrebs sein muss – bestimmte Arten können aber Vorläufer sein! Wer besonders viele (ein typischer Mitteleuropäer besitzt etwa 20 dunkle Male) Leberflecken hat, sollte sich regelmäßig untersuchen lassen. Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist (zum Beispiel HIV-infizierte oder transplantierte Personen), sind ebenfalls anfälliger für einen Hautkrebs.
Männer haben ihre Leberflecken mehrheitlich auf dem Rücken, Frauen an den Beinen. Beim hellen Hautkrebs trifft es besonders die Körperregionen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind: Nase, Stirn und Ohren. Männer mit Glatze sollten auch Ihren Kopf gesondert schützen.

Solariumgänge sind weder gut, um die so vorgebräunte Haut vor einem eventuellem Sonnenbrand zu schützen, noch schützen sie vor Hautkrebs, denn auch die im Solarium ausgesendeten UV-Strahlen können Krebs auslösen. Nicht umsonst gilt für Jugendliche unter 18 Jahren seit einiger Zeit ein Solariumverbot.



Schwarzen Hautkrebs kann man nur zu einem gewissen Prozentsatz aus einem Muttermal ableiten; wichtig ist hierbei dann vor allem, die Größe und die Farbe des jeweiligen Mals zu beobachten. Wenn hier Veränderungen erkennbar sind, ist ein Besuch beim Arzt ein Muss. Die meisten Hautkrebsfälle entstehen jedoch neu auf vorher unveränderter Haut. Einen zuverlässigen Hinweis auf einen Krebs liefert die Methode nach dem „Hässlichen Entlein“: ein neu hinzugekommener Fleck, der anders als alle vorhandenen ist, gilt als auffällig und muss nach Entdecken unbedingt den Gang zum Arzt zur Folge haben. Auch mittels Anwendung der so genannten ABCDE-Regel kann man erste Fragen beantworten:

  • A – Asymmetrie: Hat der Fleck eine unrunde, assymetrische Form?
  • B – Begrenzung: Hat der Fleck einen „unscharfen“ Rand?
  • C – Colour: Hat der Fleck eine ungewöhnliche oder unregelmäßige Farbe?
  • D – Durchmesser: Hat der Fleck einen ungewöhnlich großen Durchmesser?
  • E – Erhabenheit /Evolution: Hebt sich der Fleck aus dem Hautniveau empor? Ist er tastbar?

Je mehr dieser Punkte vorliegen, desto auffälliger ist die Stelle – jedoch muss dies unbedingt medizinisch bestätigt werden, denn selbst wenn alle diese Punkte zutreffen, muss ein Muttermal nicht zwangsläufig bösartig sein!

Ob ein Muttermal entfernt werden muss, entscheidet der Arzt; manchmal ist eine Untersuchung mit einem Dermatoskop sinnvoll. Hält ein Arzt einen solchen Eingriff jedoch für gerechtfertigt, werden die Kosten hierfür immer von den Krankenkassen getragen. Auffälligkeiten können alle zwei Jahre beim Hautkrebsscreening überprüft werden, das seit 2008 für Patienten über 35 Kassenleistung ist.



Der Heilungserfolg hängt, wie bei allen Krebsarten, davon ab, wie früh der Krebs entdeckt wurde und in welchem Stadium der Patient ist. Hat der schwarze Hautkrebs noch keine Metastasen gebildet, ist die Prognose günstig, bevor er eine Dichte von einem Millimeter Hautschicht erreicht hat. Die Fläche der betroffenen Haut spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Wird der Krebs in diesem Stadium erkannt und entfernt, stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gut.
Hat der Krebs jedoch schon gestreut und Metastasen gebildet, etwa in der Haut, den Lymphknoten oder Knochen, verschlechtert sich die Prognose erheblich. Beim Basaliom sind die Heilungsaussichten noch besser, da es sehr selten Metastasen bildet.


Vielleicht interessieren Sie auch diese Themen: