Muttermale

Leberfleck / Muttermal

Als Leberfleck oder auch Muttermal bezeichnet man gutartige Wucherungen pigmentbildender Zellen der Haut. Der Fachausdruck hierfür ist Pigmentnävus. Die Bezeichnung „Muttermal“ kommt aus dem 16. Jahrhundert, als man glaubte, dass diese Hautveränderungen durch unbefriedigte Gelüste der Mutter während der Schwangerschaft entstehen würden. Heute haben die Begrifflichkeit „Muttermal“ und „Nävus“ den gleichen Status.

Die meisten Menschen haben bis zu 40 Muttermale und Leberflecken – die wenigsten davon sind auch so gefährlich, dass ein Hautkrebs daraus entstehen könnte. Manch einer empfindet sie dennoch als kosmetisch störend.



Leberflecken oder Muttermale erkennt man am ehesten an ihrer bräunlichen Färbung, weswegen klar auf pigmentbildende Zellen geschlossen werden kann, die für diese Färbung, ähnlich wie bei den Sommersprossen, verantwortlich sind. Die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) enthalten den Farbstoff Melanin und sind nur an einigen Hautstellen aktiv, nämlich dort, wo die braunen Flecken dann sichtbar werden. Es wird vermutet, dass sowohl die angeboren (Muttermale) als auch die erworbenen Pigmentflecken (Leberflecken) durch eine Ansammlung pigmentbildender Zellen entstehen. Diese sammeln sich zunächst zwischen der Ober- und Unterhaut. Gelangen die Zellen jedoch in die tiefere Lederhaut kommt es zu keiner Pigmentbildung, stattdessen entsteht Narbengewebe.

Ob es sich dabei um einen Leberfleck oder ein Muttermal handelt ist von der Entstehung abhängig.

Ein Leberfleck oder ein Muttermal zeichnet sich also medizinisch durch ein deutlich abgegrenztes oder anders als die Umgebung gefärbtes Hautbild aus.



Von der Sache her sind sich beide Typen sehr ähnlich, die Unterscheidung erfolgt in erster Linie durch die Entstehung: während der eine, Muttermal/Nävus bereits mit der Geburt vorhanden, also genetisch verankert, ist, wird der andere, der Leberfleck, erworben. Häufiges Sonnenbaden und Hormonschwankungen seien hier exemplarisch genannt. Die andere medizinische Bezeichnung für einen Leberfleck lautet: Pigmentfleck. Es wird vermutet, dass sowohl die angeboren (Muttermale) als auch die erworbenen Pigmentflecken (Leberflecken) durch eine Ansammlung pigmentbildender Zellen entstehen. Sie vermehren sich während ihrer Wanderungen aus dem Körper in die Haut.

Sowohl Leberflecken als auch Muttermale sind meistens an Stellen zu sehen, die Sonnenbestrahlung stark ausgesetzt sind. Über die Jahre verändern sie sich stetig, zudem unterscheiden sie sich natürlich in Farbe und Form. Gewöhnlich haben sie eine Größe von etwa 5 mm und man unterteilt sie in unterschiedliche Typen:

Den Spätz-Nävus trifft man überwiegend im Kindes – und Jugendalter im Gesichtsbereich an; er ist eine Unterform eines normalen Leberflecks und besitzt eine rötlich-braune Färbung.

Um die Pigmentflecken des Sutton-Nävus befinden sich weiße Höfe.

Den Dysplastischen Flecken kennzeichnet eine unregelmäßige Begrenzung, asymmetrische Formen und Verfärbungen.

Normalerweise rufen weder Leberflecken noch Muttermale, die im Laufe des Lebens erworben werden, Symptome hervor. Erst wenn Rötungen, Schmerzen, Juckreiz, Blutungen oder andere Auffälligkeiten ins Spiel kommen, sollten Sie einen Dermatologen konsultieren.



Diese Frage kann man klar verneinen, die meisten Muttermale oder Leberflecken sind harmlos und nicht mit Schmerz verbunden. Nur manchmal entwickelt sich aus einem Muttermal auch ein (so genannter schwarzer) Hautkrebs. Erkennbar wird dieser durch Vergrößerungen, Verfärbungen, eine Veränderung der Oberfläche, Blutungen, Nässen, Juckreiz oder Schmerzen. Ist die Anzahl der Leberflecken unnatürlich hoch, besteht ebenfalls  ein erhöhtes Krebsrisiko. Menschen mit einer hellen Hautfarbe sollten sich demnach regelmäßigen Untersuchungen durch einen Hautarzt unterziehen, um einem möglichen Krebs frühzeitig begegnen zu können. Ein Krebsrisiko liegt natürlich wie bei jeder anderen Krebsart auch vor, wenn bereits in der Verwandtschaft eine Hautkrebserkrankung bestanden hat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich gutartige Muttermale und Leberflecken sich bösartig verändern ist aber gering. Da es aber keine ausgewiesenen Symptome gibt, müssen sowohl Leberflecken als auch Muttermale regelmäßig auf Veränderungen untersucht werden.



Eine genaue Diagnose ist in diesem Fall wichtig, weil die Gefahr besteht, aufgrund der grundsätzlichen Harmlosigkeit der Pigmentflecken lange Zeit davon auszugehen, dass keine ernstere Erkrankung vorliegt. Der Hautarzt verlässt sich zunächst auch auf den optischen Eindruck: er unterscheidet anhand ihrer Größe und Form ungefährliche von krankhaften Muttermal-Veränderungen. Dazu benutzt er ein Lupengerät, ein so genanntes Dermatoskop. Hiermit kann er Farbe, Größe und Begrenzung es Muttermals genau sehen. Hat er einen Verdacht auf eine bösartige Muttermalveränderung, ist eine histologische Untersuchung mit einer Gewebegrundlage notwendig. Für eine gründliche Untersuchung kommt die ABCDE-Regel zum Einsatz:

„A“:  Asymmetrie. Muttermale und Leberflecke gelten als auffällig, wenn sie nicht gleichmäßig rund oder oval sind.

“B”: Begrenzung. Das Muttermal sollte scharf begrenzt sein. Eine verwaschene Begrenzung ist beobachtungsbedürftig.

“C”: Color. Bei mehreren unterschiedlichen Farbtönen des Muttermals solle der Hautarzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen.

“D”: Durchmesser. Muttermale mit einer Größe von mehr als fünf Millimeter sollten ständig unter Beobachtung stehen.

“E”: Entwicklung. Muttermale, welche sich in einem oder mehreren eben genannten Punkten verändern, sollte eine besondere Beobachtung geschenkt werden.

Die Muttermal ABCDE-Regel ist eine Art Daumenregel, welche Dermatologen für pigmentierte Hautveränderungen anwenden. Dieses Schema kann Hinweise auf bösartige Muttermale und Leberflecke liefern. Vorteilhaft ist bei dieser Regel, dass auch Laien sie anwenden können und selber schauen können, ob sich etwas verändert hat. Falls ein Muttermal besonders verdächtig geraten sein sollte, muss sofort der Hautarzt aufgesucht werden. Hautkrebs kann heutzutage bei einer Entdeckung in einem so frühen Stadium oftmals noch sehr erfolgreich behandelt werden.

Möglicherweise möchte der Arzt seinen Verdacht durch ein Screening untermauern, um sicherzugehen. Die Krankenkassen übernehmen ab dem 35. Lebensjahr im Abstand von 2 Jahren die Kosten für eine derartige Untersuchung, dem Muttermal-Hautkrebs-Screening. Weil die bestehenden Muttermale beim Screening bildlich festgehalten werden, kann der Arzt beim nächsten Kontrolltermin Auffälligkeiten schnell erkennen.

Personen, die eine ausgesprochene Veranlagung für Muttermale bzw. Leberflecke besitzen und somit zu einer besonderen Risikogruppe gehören, sollten sich mindestens einmal jährlich von einem Hautarzt untersuchen lassen!



Leider gibt es hierüber noch keine verbindlichen Aussagen; man geht davon aus, dass eine Veranlagung besteht, wenn in der Verwandtschaft vermehrt Muttermale und/oder Leberflecken vorkommen. Besonders hellhäutige Typen mit blondem oder rötlichem Haar oder auch Menschen, die einer vermehrten UV-Strahlung ausgesetzt sind, können davon betroffen sein. Auch in der Pubertät können sich die Muttermale durch die starken Hormonschwankungen vermehren. Dieselben Hormonschwankungen sind auch für die erhöhte Bildung von Leberflecken nach Schwangerschaften verantwortlich. Auch bereits vorhandene Muttermale können sich in dieser Zeit bösartig verändern.


Aufgrund der Tatsache, dass grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass diese Pigmentflecken harmlos sind, wird von einer medizinischen Behandlung in den allermeisten Fällen abgesehen. Infrage kommt ein Eingriff oder eine Behandlung lediglich, wenn der Leidensdruck enorm und unerträglich ist und einen kosmetischen Eingriff notwendig macht. Dann stehen dem Mediziner natürlich mehrere Methoden zur Verfügung: Muttermale oder Leberflecken können ausgestanzt oder ausgeschnitten werden, abgeschabt oder mit dem Laser entfernt werden.

Bei medizinisch notwendigen Eingriffen werden sämtliche Kosten für die Muttermal- bzw. Leberfleck-Entfernung von den Krankenkassen getragen. Eine medizinische Notwendigkeit liegt immer dann vor, wenn der Dermatologe Hautkrebs diagnostiziert oder die Gefahr besteht, dass die Hautveränderung bösartig entartet.

Die Entfernung aus kosmetischen Gründen hingegen muss aus eigener Tasche finanziert werden; die Entfernung per Laser beispielsweise kostet je nach Art des Flecks 50-100 Euro.

Achtung: Die auf dieser Webseite dargestellten Inhalte keinesfalls als Ersatz für eine fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker gesehen werden oder als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden! Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden sollte immer ein Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens konsultiert werden!



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