Rosazea

Rosazea

Überblick

„Rosazea“ (auch: „Rosacea“) ist ein recht harmlos klingendes Wort – die Erkrankung, die sich dahinter verbirgt, ist alles andere als das. Sie äußert sich durch intensive Hautrötungen und -schuppungen und kann speziell bei männlichen Patienten zu einem Rhinophym führen – einer knotigen Verdickung im Nasenbereich. Die Erkrankung ist populär: 2-5% der Erwachsenen sind in Deutschland von Rosazea betroffen, Männer häufiger als Frauen.



Die genauen Ursachen für Rosazea sind nicht eindeutig geklärt. Fest steht, dass die Veranlagung für die Krankheit vererbt werden kann – und sie vor dem 30., meist 40. Lebensjahr nur in den seltensten Fällen auftritt. Als Hauptursache wird eine Reaktion des Immunsystems gegen die sog. „Haarbalgmilbe“ vermutet, der oft behauptete Zusammenhang mit Bakterien ist aus medizinischer Sicht hingegen eher zweifelhaft.

Nach den Ergebnissen der neuesten Forschung ist die entstehende Hautentzündung eine „Überreaktion“ des Immunsystems, verursacht durch sogenannte Peptide, die eigentlich zum Immunsystem gehören, sich bei der Entstehung von Rosazea aber stark vermehren und in ihrer Struktur verändern.

Das wesentlichste Anzeichen der Entzündung ist die Bildung von Pusteln bzw. Knötchen im Gesicht; die Haut verdickt in der Folge der Entzündung und Bindegewebezellen teilen sich ungewöhnlich häufig.

Die mit der Rosazea einhergehende Gefäßerweiterung kann durch Faktoren wie Alkoholkonsum, übermäßigen Stress oder scharfes Essen noch weiter verstärkt werden. Auch direkte Sonneneinstrahlung trägt zur Ausbreitung der Entzündung bei. Auf diese Indikatoren sollte bei Verdacht also, so weit das möglich ist, verzichtet werden.



Rosazea tritt in erster Linie sehr zentral im Gesicht auf: Betroffen sind Nase, Wangen, Kinn und die Stirn. Mund und Augen bleiben von der Rosazea hingegen in den meisten Fällen verschont. Mehrere Formen respektive Stadien der Rosazea werden unterschieden, die im Folgenden kurz umrissen werden sollen.

Rosacea erythemato-teleangiectatica: In diesem ersten Stadium rötet sich die Haut und die Gefäße weiten sich – besonders im Bereich der Wangen und der Nase wird dies deutlich. Für den Betroffenen äußert sich dieses Stadium durch eine brennende oder steckende, in manchen Fällen auch juckende Haut.

Rosacea papulopustulosa: Im zweiten Stadium kommen zu den Symptomen des ersten noch hinzu, dass sich Pusteln und Knötchen herausbilden – das Erscheinungsbild erinnert an dieser Stelle an Akne.

Rosacea hypertrophica: Das letzte Stadium der Rosazea zieht eine verstärkte Wucherung des Bindegewebes und der Talgdrüsen mit sich. Bei Männern (nur in ganz geringer Zahl auch bei Frauen) kommt es in dieser dritten Stufe zu einer Verdickung der Nase, dem oben erwähnten „Rhinophym“. Ähnliche Symptome können in seltenen Fällen auch im Bereich des Kinns, der Augenlider oder des Ohrs auftreten.


  • Ophthalmo-Rosazea: Hier sind auch die Augen betroffen – es kommt zur Trockenheit und diversen Entzündungsmöglichkeiten z.B. der Bindehaut oder der Iris. In den dramatischsten Fällen kann diese Form der Rosazea sogar zur Erblindung führen.
  • lupoide bzw. granulomatöse Rosazea: In diesem Fall lassen sich Knötchen in rot-brauner Farbe feststellen, die bei Druck ein geleeartiges Infiltrat aufweisen.
  • Rosacea conglobata: Bei dieser speziellen Form der Rosazea sind die gebildeten Knoten besonders schmerzhaft.
  • Morbus Morbihan: Eine Erscheinungsform der Rosazea, bei der sich das Gesicht bleibend und besonders stark rötet und anschwillt.



Rosazea lässt sich bereits durch korrekte Hautpflege in ihren Symptomen eindämmen. Die gereizte Haut sollte geschont werden, zum Beispiel durch die Verwendung milder, seifenfreier Lotionen für die Gesichtspflege.

Kosmetika sollten vor dem Kauf auf ihre Inhaltsstoffe überprüft werden: Kampfer oder Menthol sollten bei Rosazea-Patienten besser nicht in den Produkten enthalten sein. Stattdessen sind Kosmetika mit Silikonöl oder Glycerin besonders empfehlenswert. Auf gefäßerweiternde Stoffe wie Alkohol, scharf gewürzte Mahlzeiten und Heißgetränke sollten Patienten ebenfalls verzichten. Auch Sonnenbäder und übermäßiger Stress sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Weist ein Medikament nach Patientenmeinung eine entzündungsverstärkende Wirkung auf, so sollte dies unbedingt dem behandelnden Arzt kommuniziert werden – vom Selbstabsetzen eines Medikaments ist dringend abzuraten.

Eine medikamentöse Behandlung der Rosazea kann indes durch schwellungsmindernde Gesichtsmassagen sowie durch Kosmetikprodukte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen unterstützt werden.

Um die durch Rosazea entstandenen Hautrötungen zu kaschieren, die die Lebensqualität des Patienten in erster Linie beeinflussen, empfiehlt sich der Einsatz spezialler Camouflage-Produkte mit grünen Farbpigmenten. Als Komplementärfarbe schwächen diese Pigmente die rote Färbung der Haut ab.

Bleibt die äußerliche Behandlung der Symptome ohne Erfolg oder ist die vorliegende Entzündung besonders gravierend, ist die Verordnung oral einzunehmender Antibiotika durch den behandelnden Arzt eine zusätzliche Möglichkeit. Diese sogenannten „Tetracycline“ sind in sparsamer Verwendung besonders hautverträglich und hemmen die Entzündung.


  • Retinoide: ebenfalls entzündungshemmend, werden nur in schweren Fällen innerlich angewendet. Eine Schwangerschaft sollte in diesen Fällen unbedingt ausgeschlossen sein, da die innere Behandlung Fehlbildungen des Fötus nach sich ziehen kann.
  • Permethrin: kann die Anzahl der Milben reduzieren, muss aber unbedingt zwischen behandelndem Arzt und Patienten abgestimmt werden.
  • Lasertherapie: kann Rötungen und Erweiterungen der Gefäße eingrenzen. Nachteil: Narben oder zurückbleibende Hautflecken sind möglich.
  • Kryochirurgie: auch Kältebehandlung genannt; kann die Hautwucherungen chirurgisch verringern.



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