Sonnenbrand

Das häufige Resultat von zu viel Sonne: Sonnenbrand

Zwei Dinge im Zusammenhang mit einem Sonnenbrand sind wirklich besonders unangenehm: erstens spürt man erst sehr spät, dass man einen Sonnenbrand bekommen hat (in der Regel etwa 5-6 Stunden später) und zweitens erhöht jeder Sonnenbrand das Risiko, an einem Hautkrebs (Basaliom, Melanom oder Spinaliom) zu erkranken. Das Gedächtnis der Haut vergisst nie. Dennoch ist es für die meisten Menschen relativ normal, wenigstens 1 x im Verlauf eines Sommers einen Sonnenbrand zu bekommen. Und obwohl er immerhin eine Verbrennung 1. bis 2. Grades ist, wird ihm nicht die Bedeutung beigemessen, die angemessen wäre.



Jeder sechste Amerikaner hat pro Jahr mindestens einmal einen Sonnenbrand. Jeder zehnte verbrennt sich zweimal die Haut, jeder elfte drei – oder mehrmals. Zwei von drei Kindern haben im vergangenen Jahr einen Sonnenbrand gehabt. Warum ist das so? Das Problem scheint in den Angeboten zum Schutz vor Sonnenbrand zu liegen: unter allen Altersgruppen benutzt nur ein geringer Prozentsatz Sonnenschutzmittel. Als positives Beispiel können hier nur die Eltern kleiner Kinder angeführt werden. In Amerika, wie der Schweiz oder auch Österreich ist die Verwendung von Sonnenschutzpräparaten nicht sehr verbreitet.

In der Regel verläuft der Sonnenbrand glimpflich und äußert sich durch einen Juckreiz, durch Rötungen und Schmerzen. Handelt es sich um eine schwerere und großflächigere Verbrennung, können auch Blasenbildung, Fieber, Übelkeit und Kopfschmerzen hinzukommen. Innerhalb von 3 bis 7 Tagen kommt es zu Abschuppungen der verbrannten Haut.

Ganz besonders tückisch: auch die Augen kann es treffen: auch sie können eine Binde – und Hornhautentzündung davontragen. Die Linse „merkt“ sich die Schädigungen durch UVB – die Folge ist eine Trübheit im Alter (grauer Star).

Ein normaler Sonnenbrand lässt nichts äußerlich Erkennbares zurück, die Heilung erfolgt ohne zurückbleibende Narben; bei schwereren Verläufen können aber blasse Narben zurückbleiben. Besonders bei Kindern wird der Sonnenbrand als Wegbereiter für einen späteren Hautkrebs (malignes Melanom) angesehen und sollte darum unbedingt vermieden werden.



Sonnenstrahlen bestehen auch UVA- und UVB-Strahlen. Als ursächlich werden vor allem die UVB-Strahlen angesehen, die mit 280-320nm auf die Haut einwirken und darum kurzwelliger und energiereicher sind. Ist die Dosierung hoch, kann diese Einstrahlung zu Strangbrüchen der DNS führen. UVB-Strahlung führt zu der begehrten tiefen Bräunung der Haut und fördert deren Eigenschutz, weil sie verdickend wirkt. Doch sorgt sie auch für Sonnenbrand. UVA-Strahlung sorgt für schnelle Bräune, die aber nicht langanhaltend ist. Dafür dringt UVA tiefer in die Haut ein, als UVB und kann dort das Kollagen und die Dermis schädigen, sowie DNS-Schäden (=Mutationen) hervorrufen, also Hautkrebs. Zuletzt hat UVA auch negative Auswirkungen auf die Elastizität der Haut.

Im Grunde genommen kann man bei einem Sonnenbrand auch von endzündungsbedingt beschädigten Epidermiszellen sprechen; diese Entzündung wurde durch freigesetzte Mediatoren in der Dermis (=Unterhaut) verursacht. Die Haut färbt sich rot, es kommt zu erhöhter Durchblutung und zum Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe (Blasenbildung). Sonnenbrandzellen sind entstanden.



Um diese fixe Idee aus dem Weg zu räumen: schützen tut man sich nicht, indem man besonders viele Bäder in einem Sonnenstudio nimmt! Solariumstrahler besitzen kaum den Eigenschutz der Haut fördernde UVB-Strahlen, der Anteil der UVA-Strahlen ist wesentlich höher, als im Sonnenlicht. Man wird zwar schnell braun, aber die Bräune bleibt nicht lang erhalten. Zudem ist die Haut nach wie vor nicht vor einem Sonnenbrand geschützt.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, seinen eigenen Hauttyp zu kennen, um daraus abzuleiten, wie lange man sich ungeschützt in der Sonne aufhalten kann. Es gibt 6 verschiedene Hauttypen. Die Hauttypen 1 und 2 (Keltischer und Nordischer Typ; hellhäutig, blondes oder rotblondes Haar, oft Sommersprossen, blaue Augen) haben eine Eigenschutzzeit von weniger als 10 Minuten. Die Hauttypen 3 und 4 (Mischtyp und Mediterraner Typ, mittlere bis bräunliche Hautfarbe, dunkles Haar, kaum oder keine Sommersprossen) können schon für etwa 30 Minuten ungeschützt in der Sonne baden. Nahezu gänzlich sorglos können dies der dunkle Typ 5 und der schwarze Hauttyp 6 tun, deren Eigenschutzzeit bei über einer Stunde liegt. Auf die verschiedenen Hauttypen wird separat detaillierter eingegangen.

Entsprechend dieser Vorgaben hält man sich in der Sonne auf. Unterstützend kann die Haut noch durch schützende Kleidung bedeckt werden. Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln ist ebenfalls unbedingt anzuraten. Achtung: auch Fensterglas und normale Kleidung lassen UVB-Strahlen hindurch, und zwar Polyäthylen zu 42% und trockene Baumwolle zu 11%. Im Wasser ist man nur geringfügig geschützt, in etwa 1m Tiefe werden noch 50% der Strahlen absorbiert, was besonders Schnorcheltaucher interessieren dürfte. Skifahrer hingegen haben ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko, da Schnee die Strahlung zu 100% absorbiert. Zum Schutz der Augen vor Schneeblindheit sollte auf die Verwendung spezieller Ski- und Gletscherbrillen keinesfalls verzichtet werden.

Kinder sollten immer vollumfänglich durch Sonnenschutzpräparate, Kopfbedeckungen, die den Nacken – und Augenbereich abschirmen, sowie idealerweise UV-Filter abweisende Kleidung tragen, mit der sie auch schwimmen können. Dazu gehört nach Rücksprache mit einem Augenarzt auch noch eine Sonnenbrille. Die Strahlenschutzkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu diesem Thema: „Für die Entstehung des malignen Melanoms sind wiederkehrende intermittierende UV-Expositionen schon im frühen Kindesalter (0 bis 6 Jahre) verantwortlich. Dazu zählen bereits vereinzelte suberythemale Expositionen und erst recht milde und schwere Sonnenbrände, wie sie bei Urlauben in sonnigen Regionen auftreten können.“



Die oben erwähnten heftigeren Verläufe es Sonnenbrandes des Grades 2 müssen ärztlich behandelt werden. Eventuell vorhandene Brandblasen können steril geöffnet und versorgt werden, Medikamente wie Ibuprofen und Ascorbinsäure oder antientzündliche Mittel werden verschrieben werden.

Alle anderen Sonnenbrände können Sie getrost zu Hause selber behandeln, indem Sie am besten mit kühlenden Produkten, wie beispielsweise feuchtigkeitsspendenden Lotionen z. B. Aloe Vera), Quarkwickeln, Kompressen mit kaltem Wasser und normalen Wadenwickeln (in Körpertemperatur, nicht eiskalt!) arbeiten.

Die Hautkrebsgefahr jedoch sinkt – egal bei welcher Behandlung – nicht. Darum gilt es, jeden Sonnenbrand möglichst zu vermeiden. Je mehr Sonnenbrände die Haut erlitten hat, desto höher ist dieses Risiko.



Vielleicht interessieren Sie auch diese Themen: