Pflege

Die Pflege der Haut

Grundsätzlich muss man wissen: Haut ist nicht gleich Haut! Sie ist so individuell wie ihr Besitzer und jeder Mensch hat einen anderen Hauttyp. An dieser Stelle seien die drei großen Unterscheidungen angeführt: Fettige Haut, Trockene Haut und Mischhaut.
Das Problem bei Fetttiger Haut: Die Talgdrüsen halten mit ihrer Fettproduktion die Haut feucht und geschmeidig und schützen sie so. Wird jedoch zu viel Fett produziert, kommt es zu einem leichten Glanz auf der Haut. Dafür haben Menschen mit einer fettigen Haut weniger Probleme mit einer verfrühten Faltenbildung.


Das Gegenteil fettiger Haut ist trockene Haut. Das, was fettige Haut zu viel hat, fehlt der trockenen Haut. Sie ist oft rissig, schuppig, spröde und/oder gerötet und neigt zu Faltenbildung. Es gibt zwei maßgelbliche Gründe, die zu trockener Haut führen: das Alter und Umwelteinflüsse. Beide sind dafür verantwortlich, dass die Talgdrüsen innerhalb der Dermis ihre Sebum-Produktion zunächst verlangsamen und irgendwann ganz einstellen. Sebum ist eine körpereigene Feuchtigkeitscreme. Zudem verringert sich die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Dies wiederum hat seinen Ursprung in der Abnahme der Schicht aus Kollagen und Elastin. Ist diese Schicht erst einmal betroffen und hat sie begonnen, auseinanderzubrechen, wird es für die Haut immer schwieriger, Feuchtigkeit zu speichern. Trockenes und windiges Klima verstärken diesen Effekt noch. Nun sollte darauf geachtet werden, feuchtigkeitsspendende Seifen,- Spül,- und Reinigungsmittel zu benutzen und Sonnenbäder weitgehend zu vermeiden. Alles andere kann den Zustand der Haut nur negativ beeinflussen. Zu den äußeren Einflüssen kommen auch genetische Voraussetzungen: beispielsweise kann ein vererbter Mangel an Harnstoff die Trockenheit beeinflussen.
 
Weder zu trockene noch zu fettige Haut hat der Träger einer Mischhaut. Sie ist eine Kombination aus normaler und fettiger Haut oder auch aus trockener und fettiger Haut – wobei die unterschiedliche Ausprägung der Hautfeuchtigkeit mit ansteigendem Alter abnimmt, sodass ein Angleichungsprozess stattfindet. Auch bei der Mischhaut sind also immer einige glänzende fettige Stellen sichtbar, und zwar üblicherweise dort, wo die meisten Feuchtigkeit produzierenden Talgdrüsen sitzen: im Gesicht, an der der Brust, den Schultern und am Rücken. In allen anderen Körperregionen befinden sich weniger Drüsen, sodass diese Bereiche entweder normal befeuchtet oder trocken sind.
 
Bei der Hautpflege geht es also darum, den natürlichen Schutzmechanismus der Haut zu erhalten und dabei aber ihre individuelle Beschaffenheit zu respektieren. Richtige Hautpflege trägt massiv zur Steigerung des Wohlbefindens bei.


Auf der Haut befindet sich eine feine Schicht aus Schweißbestandteilen, Talg und Wasser. Sie bilden einen natürlichen Säureschutzmantel mit einem pH-Wert von 4 bis 6 und stellt gegen schädliche Einflüsse von außen eine Barriere dar. Auch vor angreifenden Mikroorganismen schützt dieser Wall. Wenn er intakt und gesund ist, schützt ein Säureschutzmantel vor Bakterien und kontrolliert und steuert die Ausbreitung krank machender Mikroorgansimen. Wie elastisch die Haut ist, hängt wiederum von der Hautfeuchte ab. Ist die Haut nicht feucht genug, merken wir das, weil sie juckt, schuppt, spannt oder auch trocken aussieht. Ist die Haut gesund, brauchen wir keine Unterstützung anzubieten, weil sie natürliche Feuchthaltefaktoren enthält (NMF), die für eine ausgewogene Hautfeuchte sorgen. Ist dies aber nicht der Fall, können entsprechende Pflegeprodukte dafür sorgen, dass Defizite ausgeglichen und die Hautfeuchte bei trockener Umgebungsluft ausgeglichen wird.


Wichtig ist zunächst einmal, den natürlich Säureschutzmantel der Haut nicht unnötig zu belasten. Demnach sollten nach Möglichkeit Reinigungsprodukte verwendet werden, die keinen hohen pH-Wert haben (z. B. keine alkalischen Seifen). Moderne Hautreinigungsmittel minimieren die Belastung des Schutzmantels und bei gesunder Haut stellt sich der normale Zustand schnell wieder ein. Besondere Beachtung sollte man auf jeden Fall dem Intimbereich schenken, besonders der Schamgegend und dem Genitalbereich.


Welches Produkt für wen zur Anwendung kommt, ist letztlich eine sehr individuelle Frage. Es steht für jeden der hier definierten Hauttypen eine große Auswahl an Produkten zur Verfügung. Das geht über Seifen bis hin zu Wasch-Syndets (Tenside mit einem pH-Wert von 5, die den Säureschutzmantel kaum belasten und darum besonders dann zu empfehlen sind, wenn man sich besonders häufig wäscht oder bereits vorgeschädigte Haut hat.) Häufig kommen auch Salben, Cremes und Lotionen zur Anwendung. Hierbei ist auf die Gewichtung Wasser / Öl zu achten, besonders hautfreundlich sind W/O/W oder O/W/O-Emulsionen (Öl in Wasser bzw. umgekehrt). Vorsicht bei Kombinationen aus Sonnenschutz / Emulgator und Konservierung – diese sind häufig Auslöser der so genannten „Mallorca-Akne“. Besonders gut verteilen lassen sich Lotionen („Milch“), die einen höheren Wasseranteil als Cremes enthalten. Die Verwendung von Gels kann vorteilhaft sein, wenn man beispielsweise unter einer Schuppenflechte leidet, da in Gels unterschiedliche pH-Werte aktiv sein können. Im Fall der Schuppenflechte empfiehlt sich dann Calciopotriol und Betamethason. Bei der Verwendung wasserfreien Lipo-Gels wiederum ist der pH-Wert irrelevant. Vor Sonnenbrand schützen verschiedene Produkte wie Cremes, Lotionen und Gels. Besonders im Winter sind (duftende) Ölbäder angenehm, weil die Haut dann durch die ständigen Wechsel von warmer zu kalter Luft extremen Schwankungen ausgesetzt und darum sehr gestresst ist. Das Öl bildet einen dünnen Ölfilm auf der Haut, der beruhigend wirkt.